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AOK warnt vor Mediensucht: Wenn Kinder und Jugendliche im Netz versinken

Digitale Medien gehören zum Alltag

Ob Smartphone, Tablet oder Computer – nahezu alle Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren nutzen täglich digitale Medien. Chats, Gaming und Social Media sind längst fester Bestandteil des Alltags. Der digitale Austausch erleichtert Kontakte, birgt aber auch Risiken: Bewegungsmangel, fehlende reale Kommunikation und die Gefahr einer Mediensucht.

AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider betont: „Es ist normal, dass Kinder und Jugendliche auch mal ausgiebig im Netz surfen, spielen oder chatten. Wenn die intensive Nutzung aber den Tagesablauf bestimmt, sollten Eltern handeln.“

Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu

  • 50 % der Befragten (14–30 Jahre) geben an, dass weniger Social Media ihnen guttun würde.
  • Laut WHO-Studie (2022) ist die problematische Nutzung sozialer Medien bei 11- bis 15-Jährigen auf 11 % gestiegen (2018: 7 %).
  • Jedes neunte Kind hat Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren.
  • Ein Drittel der Jugendlichen spielt täglich digitale Spiele.

Viele verbringen so zusätzlich zu Schule oder Studium über 24 Stunden pro Woche vor dem Bildschirm.

Ab wann wird digitale Mediennutzung gefährlich?

Eine lange Nutzungsdauer allein macht noch nicht süchtig. Entscheidend sind auch persönliche und soziale Faktoren.

Typische Warnsignale einer Mediensucht sind:

  • Verlust der Kontrolle über Beginn und Ende der Nutzung
  • Entzugserscheinungen bei Nichtnutzung
  • Vernachlässigung von Hobbys, Freunden oder Schule
  • Körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme

Schneider warnt: „Das kann so weit gehen, dass Kinder den Herausforderungen der realen Welt kaum noch gewachsen sind und sich entfremden.“

Empfehlungen für Eltern: Medienzeit begrenzen

Experten empfehlen als Faustregel:

  • 10 Minuten pro Lebensjahr pro Tag
  • oder 1 Stunde pro Lebensjahr pro Woche

Eltern sollten ihre Kinder früh begleiten, Vorbilder sein und gemeinsam klare Regeln festlegen. Wichtig ist, regelmäßig im Gespräch zu bleiben und die Regeln an die Entwicklung anzupassen.

Hilfe bei Mediensucht

Wenn Kinder den Alltag kaum noch ohne digitale Medien bewältigen, sollten Eltern nicht zögern, professionelle Hilfe zu suchen. Unterstützung gibt es bei:

  • Erziehungsberatungsstellen
  • Suchtberatungsstellen (online, telefonisch oder persönlich)
  • Informationsportale wie www.aok.de/nw (Thema „Medienerziehung“) oder www.schau-hin.info

Quelle: AOK Südwest

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